06.01.2014

Paranormal Activity: Die Gezeichneten – Weder Fisch, noch Fleisch

Schon etwas mehr als ein Jahr ist vergangen, seit Paranormal Activity 4 in den Kinosälen dieser Welt seine Premiere feierte. Höchste Zeit also, einen Nachfolger ins Kino zu bringen.
Da fragt sich der Produzent, warum sich die Zuschauer beschweren, die Filme würden in einer so extrem kurzen Zeit Nachfolger erhalten, schließlich ist der Abstand zwischen den Filmen doch auch nicht wirklich geringer als zum Beispiel bei Die Tribute von Panem (KRITIK).
Der gravierende Unterschied ist jedoch, dass, während die Verfilmungen der Romanreihe Suzanne Collins‘ eine Verfilmung fester Vorlagen sind, die Autoren sich für die Paranormal Activity-Reihe jedes Mal ein neues Drehbuch aus den Fingern ziehen müssen. 
Dies mag im Endeffekt auch der Grund dafür sein, dass die ersten vier Teile sich nur im Detail unterschieden und nie wirklich neues boten.
Der fünfte Teil dagegen will vieles anders machen und dies gelingt in gewissen Bezügen ohne Frage. Endlich hatte ich während des Zusehens wieder das Gefühl, etwas „Neues“ zu verfolgen. Hierbei muss „Neues“ jedoch in Anführungszeichen stehen, da „Die Gezeichneten“ nur eine Innovation gegenüber den vorherigen Teilen der eigenen Reihe darstellt, nicht jedoch gegenüber dem allgemeinen Material, was Horror-Fans aktuell in den Kinosälen geliefert bekommen.
Die Schocks sind dieses mal, wie jedes andere mal auch, beinahe immer vorherzusehen und dennoch (oder gerade deswegen) zum Teil sehr effektiv. Darüber hinaus gibt es keine wirklich schwachen, langwidrigen Stellen im Film, sondern einen konstanten Spannungsbogen.
Interessant ist hierbei, dass der Film einerseits (und löblicher Weise) versucht, sich nicht allzu ernst zu nehmen – er macht sich in so manchem Moment über die eigene Thematik lustig - er andererseits jedoch an ein paar Stellen einen größeren, über diesen einzelnen Paranormal-Activity-Teil hinausgehenden Handlungsbogen andeutet, der auf etwas ‚Größeres‘ hinzuführen scheint. Ob man diese Andeutungen bei so einem Film ernst nehmen darf, das sei mal dahingestellt.
Die darstellerische Leistung ist indes nicht zu bemängeln, wie sollte sie jedoch auch, ist die Aufmachung des Filmes doch noch immer (gewollt) amateurhaft.
Zum Ende hin wirft „Die Gezeichneten“ dann dennoch jegliche Innovation über den Haufen. Statt ein ungewöhnliches, noch nie gesehenes Finale zu bieten, was in Anbetracht der kontanten Gleichartigkeit vieler aktueller Horrorfilme in diesem Aspekt durchaus möglich erscheint, folgt der Film hier ein weiteres Mal den Fußstapfen, die schon 100 anderen zuvor als Wegweiser gedient hatten. Gottseidank ist das Ende im Vergleich zum Vorgänger dann jedoch nicht ganz so abgedreht und die allerletzten Minuten wissen schließlich doch noch zu überraschen.
Alles in allem gibt der Film sich große Mühe, dem Zuschauer etwas Neues, statt der immer gleichen Kost, zu bieten. Dies gelingt und misslingt zum gleichen Teil. Da die Paranormal Activity-Reihe durch ihre unzähligen Fortsetzungen sowieso nicht mehr zu den Edelstücken des Genres zählt, muss auch dieser Film nicht zwangsläufig im Kino gesehen werden.

Den Abspann, in Hoffnung auf 1-2 weitere Szenen, abzuwarten lohnt sich übrigens nicht.