22.11.2013

Die Tribute von Panem: Catching Fire – Volltreffer

Nachdem sich zuletzt „Gravity“ (Kritik) als Höhepunkt der aktuellen Kinounterhaltung präsentierte, folgt nun der nächste in den höchsten Tönen zu lobende Streifen.
Wie schon in „The Hunger Games“, präsentiert uns auch dieses Mal wieder Jennifer Lawrence, in der Hauptrolle als Katniss Everdeen, ihr schauspielerisches Talent. Zu thematisieren, dass dieses sich ohne jeden Zweifel sehen lassen kann, erscheint überflüssig. Viel eher ist das Gesamtwerk, in das sich Lawrence dank ihrer Ausstrahlung perfekt einfügt, hervorzuheben.

Neben der Oscar-Preisträgerin zeigen einige weitere Schauspieler, dass sie, gibt man ihnen die Chance, stark geschriebene Charaktere zu spielen, etwas von ihrem Handwerk verstehen. Da wäre zum Beispiel Präsident Snow: Ein Antagonist, wie er im Buche steht und der im Laufe des Filmes immer mehr zum, umgangssprachlich gesagt, "richtigen Arschloch“ wird. Beinahe will man ihn als übermächtige ‚Dolores Umbridge‘ bezeichnen.
Beim formen und erstellen der Feindbilder gibt sich der Film insgesamt viel Mühe und das bekommt der Zuschauer mit. Die zu Teilen erschreckend klar in Handlungen verdeutlichten Charakterzüge der Antagonisten werden zu keinem Zeitpunkt undeutlich dargestellt und lassen an manch einer Stelle das Blut in den Andern gefrieren. Grau und unfreundlich will und erscheint der Film so vor allem während der ersten Hälfte. Er will erschrecken und ernst genommen werden. Dass ihm dies gelingt, ist nicht von der Hand zu weisen. 
Insgesamt werden große Potenziale für einen krönenden dritten (und vierten) Teil geschaffen, der(/die) ganz ohne die beim ersten Teil namensgebenden ‚Hunger Games‘ auskommen muss(/müssen). Die Vorbereitung ist also perfekt.
Allein als ‚Vorbereitung‘ will „Catching Fire“ allerdings zu Recht nicht herabgestuft werden. Mal abgesehen vom Paradebeispiel „Harry Potter“ habe ich selten eine so perfekte Filmumsetzung eines Romans gesehen. Zugegebenermaßen ist der Streifen mit rund 147 Minuten nicht gerade kurz ausgefallen; das ändert jedoch nichts an der unglaublich hohe atmosphärische Dichte und Spannung. Man hat sich für jeden Teil des Filme Zeit genommen und so zieht sich z.B. der Anfangspart (wie schon im ersten Teil) theoretisch gesehen unnötig lang, liegt doch auf diesem nicht der Fokus, praktisch gesehen und mit Blick auf das Gesamtwerk wirkt er jedoch in seiner Länge perfekt.
Interessant sind darüber hinaus inszenatorische, sowie handlungstechnische Announcen zum ersten Teil, die über den ganzen Film hinweg teils mehr, teils weniger offensichtlich untergebracht wurden.
Redet man über den Punkt ‚Spannung‘, so muss eigentlich nicht viel gesagt werden. Allein das Grundkonzept der ‚Hunger Games‘ bildet hier eine stabile Basis, das Dystopia drum herum gibt den beinahe überflüssigen Rest dazu.
Nur der Soundtrack bzw. dessen Einsatz weist Potenzial für einen Kritikpunkt. So ist die Nutzung von verschiedenen Themen, Lautstärken und Stille zwar zum größten Teil sehr passend und effektiv, das Grundthema (und ich meine nicht das charakteristische Pfeifen) wird allerdings viel zu oft und an zu verschiedenen Stellen verwendet. Es erklingt an Heldenmomenten, während vom Präsidenten veranstalteten Feiern, während der nächtlichen Bekanntgabe der bisherigen Todesopfer der ‚Hunger Games‘, sowie an vielen weiteren verschiedensten Momenten. ‚Willst was gelten, mach dich selten‘ wäre hier ein angebrachtes Konzept.
Das Bild erscheint vor allem dank der nicht eingesetzten 3D-Technik hell und scharf.
Insgesamt ist der Film im wahrsten Sinne ein Volltreffer, sowohl für die Produzenten, als auch für die Zuschauer. Ein Kinobesuch lohnt sich auf alle Fälle, ein gewisses Maß an Vorwissen wird jedoch vorausgesetzt.
 
Was gibt es Besseres, als akutelle Blockbuster, die nicht in 3D produziert oder nachbearbeitet wurden!